Es gäbe da schon ein, zwei Sachen, die er für mich bauen dürfte…

Bayreuth | Juni 2015.

es_gaebe_da_schon-1Neulich hat mich eine Mail eines Kunden erreicht, die mich sprachlos zurückgelassen hat. Er schickte mir Fotos seiner bisher erstandenen „Wielands“, schön arrangiert und in Reih und Glied.

So viele „Wielands“ habe ich garantiert noch nie auf einem „Haufen“ gesehen, und da sind viele der für mich schönsten Stücke dabei!

Weil ich es daraufhin etwas genauer wissen wollte, hab ich ihm einen (neutralen) Redakteur auf den Hals gehetzt, der ihm ein paar Fragen zu seiner „Sammelwut“ stellen sollte. Seine Bilder und seine Antworten darf ich hier im O-Ton veröffentlichen – was großartig ist!

Und hier ist das Ergebnis, Euch allen viel Spaß!

Wie sind Sie eigentlich auf das Thema Messer gekommen?

Beim Warten am Bahnhof. Ich schau mir gern mal Neues an, und in dem Fall war es eine Ausgabe des Messermagazins. Da hab ich drin geblättert und bin durch eine Reportage über Siggi Rinkes auf hochwertige Messer und auf ein spezielles von ihm aufmerksam geworden. Weil ich dann noch etwas länger warten musste, hab ich angerufen, um es zu reservieren. Und kurz drauf hab ich es gekauft.

Und wie haben Sie dann Wieland, den Schmied, kennengelernt?

Gerhard Wieland habe ich in Sindelfingen auf der Messe kennengelernt. Mein erstes Messer von ihm war dann die Nr. 157, 2009 hab ich das gekauft.

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Was gefällt Ihnen so an seinen Messern?

Man erkennt ein Wieland-Messer absolut aus der Masse heraus – ich würde sagen, es ist die einzigartige Linienführung und die Verbindung aus Griff und Klinge. Ich habe z.B. auch den Eindruck, dass bei vielen Amerikanern zwar sehr gute Griffarbeiten geleistet werden, aber die Klinge bleibt oft „ohne Seele“.

Bei Messern von Wieland, dem Schmied, sind eben gerade auch die Klingen dreidimensional gestaltet und nicht nur glattgeschliffen.
Besonders beeindruckend ist die Verbindung aus Klinge, Parierelement und Griff. Man merkt bei der Verarbeitung einfach den Zahntechniker in ihm, der er mal war.
Und hier sehe ich bei ihm auch eine Alleinstellung. Für mich ist er der einzige, der Klinge, Parierelement und Griff auf diese Weise verschmelzen kann. Es hat einfach mit seinem Können zu tun, das viele nicht so besitzen wie er. Ich gehe sogar so weit: Für mich sind seine Arbeiten hochwertige Antiquitäten von morgen.

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Sammeln Sie auch noch andere Messermacher?

Anfangs habe ich „querbeet“ gekauft, bis sich mein Geschmack stärker herausgebildet hat. Im Bereich der Klappmesser schätze ich z.B. die Arbeiten von Heinz Kocher und Jean-Pierre Martin sehr.
Praktisch betrachtet interessieren mich Gebrauchsmesser überhaupt nicht. Wenn ich mal in den Wald müsste, würde ich sicher keinen Wieland mitnehmen, sondern ein 50-EUR-Teil aus dem Baumarkt. So gesehen bin ich ein reiner „Vitrinenkunde“, denn für mich sind ausschließlich das Design und die Ausstrahlung eines Messer relevant.

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Was wäre für Sie denn der absolute Hauptgewinn aus der Werkstatt von Wieland, dem Schmied?

Es gäbe da schon ein, zwei Sachen, die er für mich bauen dürfte… (lacht). Ich hätte da z.B. einen geschnitzten Griff aus Indonesien… den zu einem schönen Messer verarbeiten, jaaa… oder wenn er mir eine klassische Tantoklinge schmieden würde – aber ich würde da auch gar nichts weiter „vorgeben“ wollen. Nur diesen Impuls und den Rest ihm komplett frei überlassen. Denn sonst ist es ja kein echter Wieland mehr.

Lieber X., ich danke dir herzlich für deine Treue über die Jahre und deine Antworten – und: Ja, ich denke mal über deine letzte Antwort nach…

Viele Grüße, Gerhard

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